JA zur Mindestlohn-Initiative!

Leserbrief vom 28.3.2014

Kantonsrat Roman Bürgi verstehe das Mindestlohn-Anliegen nicht. So schrieb er im Bote Leserbrief. Gerne werbe ich für mehr Verständnis. Jeder 11. Arbeitnehmende erhält für seine auf ein 100%-Pensum hochgerechnete Arbeit weniger als 4'000 Franken pro Monat. Ein Drittel von ihnen hat eine Berufslehre erfolgreich abgeschlossen. In den letzten Jahren hat der Lohndruck stark zugenommen, weil viele Unternehmen verstärkt Temporär-Arbeitskräfte mit Tiefstlöhnen einsetzen. Demgegenüber steigen die Lebenshaltungskosten, speziell Krankenversicherung und Wohnkosten werden zur immer grösseren Last. Gegen die Initiative wird mit der bewährten Angstmache gekämpft. Diese entbehrt jeder Grundlage. So haben Mindestlöhne nachweislich keinen Einfluss auf die Berufsausbildungs-Quote. Mindestlöhne werden im Gegenteil auch die Löhne derjenigen im Arbeitsmarkt mit Berufsausbildung erhöhen. Weiter sind in keinem Mindestlohn-Land wegen Mindestlöhnen Arbeitsplätzen verloren gegangen. Im Gegenteil! Mit einer gerechteren Einkommensverteilung wird der Wohlstand Aller grösser. Darum geht es in dieser Abstimmung. Nicht um den Reichtum Einzelner. Unser nach sozialpartnerschaftlichen Prinzipien regulierter Arbeitsmarkt ist der Grundpfeiler unseres erfolgreichen Wirtschafts- und Gesellschaftssystems. Stellen Sie sich einen nicht regulierten Arbeitsmarkt vor: Billigste Arbeitskräfte leben in Barracken vor dem Firmengelände. 10-Stunden-Tag und Sonntagsarbeit sind normal. Wer mit dem stetig sinkenden Reallohn nicht zufrieden ist, fliegt. Vielerorts in dieser Welt herrschen solche Zustände. Wer das nicht will, muss den Arbeitsmarkt regulieren. Und wer Tag für Tag hart arbeitet muss davon leben können. Deshalb sage ich ja zur Mindestlohn-Initiative.

Zum Schlagabtausch der neuen RR-Kandidaten

Leserbrief vom 2.3.2012

Warum hat der Kt. Schwyz nur eine Vision, wenn es um Finanzpolitik geht? Das fragt sich der Bote Redaktor Franz Steinegger im Bote der Urschweiz vom 29. Februar 2012.

Leider haben wir auch in der Finanzpolitik keine Vision. Wir verfolgen eine volkwirtschaftlich widersinnige Spar- und Dumpingsteuerpolitik. Welche jetzt auch im Bildungswesen zu Sparübungen in der Lehrerausbildung oder in deren Besoldung führt. Wir gefährden damit das, was uns in den letzten Jahrzehnten erfolgreich gemacht hat. Eine von gut ausgebildeten Menschen geführte produktive und innovative Realwirtschaft. Meine Vision einer kantonalen Entwicklung sind sehr gut ausgebildete Menschen, die in der globalisierten Welt mit Kreativität und Ideen innovative schweizer Qualitätsprodukte erzeugen und so mit einer starkender Realwirtschaft in Vollbeschäftigung erfolgreich Wohlstand und Lebensqualität für Alle mehren. Ich bin ihrer Meinung Herr Steinegger. Unser Problem sind nicht strukturelle Defizite, sondern volkswirtschaftliches Verständnis und fehlende Visionen!

Leserbrief vom 21.2.2012

Wahlversprechen!

Die Wahlversprechen auf Glanzpapier lassen mich staunen. Sie versprechen eine sichere Zukunft, sie versprechen für die Schweizer Mehrheit, für Familien und Kinder einzustehen. Versprechen, an die ich nicht mehr glauben kann. Weshalb?
Unsere Arbeitsproduktivität steigt stetig. Das Volkseinkommen hat sich
vervielfacht. Wir gehören zu den wettbewerbsfähigsten Ländern mit den
grössten Vermögen. Nur leider profitiert nur ein sehr kleiner Teil der
Bevölkerung. Das Vermögen ist so ungleich verteilt wie in Pakistan oder Sri
Lanka. Nirgends in der Schweiz sind die Einkommen so ungleich verteilt wie im
Kt. Schwyz. Steigende Mietpreise oder höhere Gesundheitskosten belasten
zunehmend. Sicherheiten wie Pensionskassen, IV oder AHV sind unterfinanziert. Die höchste Armutsrate von 25% liegt bei Alleinerziehenden und bei Familien mit mehr als drei Kindern. Der Kt. Schwyz forciert mit einem übertriebenen Steuerwettbewerb diese Ungerechtigkeiten. Ausländische Superreiche erfahren mit der Pauschalbesteuerung eine Sonderbehandlung und im Gegensatz dazu werden die Einkommen von Arbeitnehmern stärker als in vielen anderen Kantonen besteuert.
Aus diesen und vielen weiteren Gründen bin ich für mehr Regeln und weniger
freie Wirtschaft. Wir brauchen faire, soziale und ökologische Rahmenbedingungen, damit das tolle Instrument der Marktwirtschaft allen und
nicht wenigen dient!

Leo Camenzind, SP Ingenbohl-Brunnen

Leserbrief vom 28.1.2012

Umzonung Ruag

Ich danke dem Gemeinderat Ingenbohl-Brunnen und Thomas Schmid, Abteilungsleiter Raumplanung Kt. Schwyz, für die gut organisierte Informationsveranstaltung über die kant. Nutzungsplanung und die Zonenplanänderungen. Sie haben mich zur Mittwirkung motiviert. Brunnen Nord eröffnet Chancen für den seit Jahren stagnierenden Werkplatz Ingenbohl-Brunnen. In diesem Werkplatz nimmt die Ruag mit ihren High-Tech Arbeitsplätzen eine wichtige Funktion ein. Als ehemaliger Mitarbeiter der Ruag AG in Brunnen haben mich die Aussagen von Herrn Hans Rudolf Hauri, CEO Ruag Real Estate AG aber beunruhigt. Vermisst habe ich das klare Bekenntnis zum Zukunfts-Standort Brunnen. Statt dessen hat er den Erhalt der Arbeitsplätze von der erfolgreichen Umzonung abhängig gemacht! Wobei diese auch noch gemäss den Vorstellungen der Ruag Real Estate AG zu erfolgen habe. Ich erwarte von einem Betrieb, der zu 100% der Schweizer Bevölkerung gehört, wirtschaftliches Denken und sozialpartnerschaftliches Vorgehen. In dem vorausschauend auch die Interessen der kantonalen und kommunalen Bevölkerung und der Mitarbeitenden berücksichtigt werden. Auch müssen meines Erachtens die weiteren Fragen, Verlust von Gewerbefläche oder die Auswirkung auf den Entwicklungsplan im Rahmen des Verfahrens Antworten gefunden werden.

Leo Camenzind, SP Ingenbohl-Brunnen